Ausflug in die Cederberge - Tag 3

Es war ein anstrengender Tag.

Für diesen Tag hatten wir uns die „Wolfberg Cracks“ und das „Wolfberg Arch“ vorgenommen. Das Wetter war ideal, kein Wind und nicht zu warm. So fuhren wir vom „

Mount Ceder

“ zum Parkplatz unterhalb der Felsen, die schon von der Ferne gigantisch zum Himmel ragen.

„Und da soll ich hoch?“, Dachte ich und tröstete mich mit dem Gedanken, dass die Paarler Perlen auch mit jedem Schritt zwei Schritte näher kommen. So ging sie los, die wildeste Unternehmung meines Lebens.

Zuerst dieser ewig lange und total steile Anstieg ( siehe Höhenprofil ). Zeitweise verfluchte ich jede verzehrte Bockwurst und das scheiß Bier was ich bisher getrunken hatte. Ernste Diätabsichten machten sich im Kopfe breit, doch so schnell geht das nicht. Dann tröstete ich mich damit, jeder Schritt mindert den Körperumfang und davon wird es viele geben.

Auf Höhe der Schluchten angekommen suchten wir den Eingang. Den „Narrow crack“ suchten wir eine Weile, den Eingang zum „Wiede crack“ konnten wir auch nicht finden, alles lag voller riesiger Steine. Dann ein kleines Schild mit der Aufschrift Crecks. Es zeigte in ein kleines Loch, Gabi kroch rein und nach einer Weile stand sie oberhalb auf einer Platte. Ich warf ihr beide Rucksäcke hoch und krabbelte durch dieses Loch. Dann begann eine unbeschreibliche Kletterei zwischen tonnenschweren Brocken hindurch, durch einen Spalt, wo ich nur quer ohne Rucksack durchpasste und dann wieder etwas mehr Raum aber von unglaublicher Schönheit, die wir bewunderten.

Weiter ging es in diesem Spalt Meter für Meter kletternd, hüpfend oder kriechend vorwärts.

Dann ein Fels im Spalt, wo man nur auf dem Rücken liegend mit dem Kopf zuerst darunter weg kriechen kann, weil man sonst am nächsten Fels nicht hoch kommt. Der Kragen schob sich mit Sand voll, der dann beim Aufstehen durch alle Sachen bis in die Schuhe rieselte. So … , schüttelten wir unsere Sachen aus und zogen uns wieder an.

Weiter ging es und wieder vor uns ein Fels, drunter geht nicht, hochklettern auch nicht. So haben wir den Rücken an die Wand gestemmt, die Füße gegenüber und so die ca. zwei Meter fünfzig an Höhe geschafft.

Nach etwa drei Stunden solchen Tuns haben wir am anderen Ende die Platte erreicht und waren wirklich erleichtert, weil ja der andere, der Wide crack einfach sein soll.

So wandern wir die Markierungen entlang in Richtung Wolfberg Arch. Wir wandern so, da sagt Gabi so beiläufig, „es sind noch eineinhalb Stunden bis dahin, steht hier geschrieben“. Ich dachte mich trifft der Blitz. „Hast Du überhaupt eine Ahnung wie spät das ist?“, fragte ich. Die Klärung der Gegebenheiten ließ uns ein Zoom-Foto von dem Bogen machen. Es ist noch zu bemerken, was man leider auf den Bildern nicht gut sehen kann, in diesem „Narrow crack“ gibt es gigantische Bogen und traumhafte Felsformationen. Bei aller Anstrengung war es darin auch unbeschreiblich schön.

So gingen wir zurück zur anderen Schlucht mit dem einfachen Weg. Der Weg begann auch einfach. Wir liefen über weichen Sand und an beiden Seiten des Weges wuchsen kleine Büsche. Das ist schön, da haben wir doch auch etwas Zeit unsere Schinkenbrote zu essen. Wir setzten uns auf einen Stein, aßen, tranken unser Wasser und bestaunten die gigantischen Felswände in ihrer Einzigartigkeit.

Es war anstrengend und schön zu gleich. Wir sind glücklich es getan zu haben aber machen das nicht noch einmal. So gingen uns die Gedanken durch den Kopf und so plauderten wir darüber.

Gegessen, getrunken gesonnen und weiter geht es. Vor uns dichtes Buschwerk doch wir kommen gut voran und plötzlich freie Sicht nach vorn. Wir sahen über den Stein vor uns in die Ebene, wie in den Abgrund. Uns stockte das Blut, wie soll das weiter gehen? So kletterten wir über die ersten Felsen und sahen vor uns eine riesige Ansammlung von gigantischen Felsen, die sich wie eine ab gekippte Wagenladung in die Tiefe ergossen. „Das soll die einfache Strecke sein“, sagte Gabi und so kletterten und rutschten wir auf dem Hosenboden Steinchen für Steinchen in die Tiefe.

Nach einiger Zeit und Anstrengung hatten wir das gepackt und unseren Anmarschweg wieder erreicht. Anfangs hatten wir nicht vermutet, dass sich hinter diesen Gigafelsen der leichtere Weg verbirgt, doch leicht war der auch nicht.

Da kommt uns noch ein Pärchen entgegen und wollte noch schnell mal durch die Cracks. Es war 15.00 Uhr und wir schilderten kurz die Situation. Er wollte doch, sie sowieso nicht, na ja, wer weiß was da entschieden wurde.

Auf dieser ewig dauernden Abstiegstour sahen wir noch ein junges Pärchen, die wir am Morgen auf dem Parkplatz gesehen hatten, wie sie noch in dem Fels hängen. Wir schauen noch ein wenig zu und staunen. Der Vater der jungen Frau ist ja auch noch oben, wir trafen ihn am Eingang zum Wide crack, wo er uns noch hilfreiche Tipps für den Wide crack gab.

Weiter ging es Meter für Meter nach unten und meine Knie erinnerten mich immer mehr daran, das meine Pubertät doch schon einige Jahre zurückliegt. Mit schmerzenden Knien aber Stolz über das geleistete fuhren wir zurück zur Farm. Dort wollten wir noch auf der Terrasse des Restaurant sitzen, die wundervolle Landschaft in der Abendstimmung genießen und etwas trinken. Leider war eine geschlossene Gesellschaft und so gingen wir zum Cottage, wo wir uns noch lange über diesen wahnsinnigen und schönen Tag unterhielten.

Es geht los

Da hoch müssen wir noch

steiler Aufstieg

zu den Cracks

Wo ist der Eingang

Was ist narrow, was ist wide?

Alles ist kraxelei

und wo ist der Eingang?

Kaum zu glauben, hier geht's rein

Hier hindurch gekrochen

und wie weiter?

hier geht's weiter

da drüben müssen wir hin

nun wird's eng

und hier durch

mit Rucksack geht das nicht

verdammt eng hier

dann ein gigantischer Bogen

und ein kleiner Tunnel

da hinten wird's ja wieder eng

und wieder ein schöner Brückenbogen

ein Stück guten Weges

was ist denn da hinten los?

und nun du unten durch

hier muss der Rucksack ab, einstemmen und hoch

und du bist schon oben

das war eine Schinderei

hier überkam uns das Gefühl der Freiheit

und endlich waren wir oben

geschafft!

auf zum Arch Rock

Und jetzt noch zum Arch Rock?

noch ein Bild von der Ferne

das Bild von der Ferne genügt

hier entlang zurück

auch der Rückweg ist interessant

ab in den nächsten Spalt

die weite Schlucht

Hier glaubten wir, es wird nun einfach sein

es sah auch einfach aus

doch nun durch diesen Steinehaufen

aber wunderschön ist es doch

doch dann die riesen Felsen

und der Blick in die Tiefe

so einfach war das nicht

Die Kletterer haben noch viel vor sich

abwärts mit schmerzenden Knien

Es war schön und schlimm zu gleich.

Der Aufstieg

Durch die Cracks

Das Höhenprofil (zwischen den roten Balken)

Auf halben Wege zum Arch Rock