Quer durch Südafrika, Teil 4, von Graaf Reinet nach Dordrecht

Es war wieder 8.00 Uhr für Frühstück und wir hatten noch viel vor an diesem Tag.

Gleich nach dem Frühstück ging es zur Kakteen Gärtnerei im Ort. Wir wurden freundlich von Anton Bouwer begrüßt und sofort erklärte er uns seine Gärtnerei. Mit viel Hingabe, Fach- und Sachkenntnis ist hier in 35 Jahren eine der größten privaten Kakteensamlung der Welt entstanden. 7 000 verschiedene Arten sind hier in der "

Obesa nursery

" zu bewundern. 

Wir staunten nicht schlecht als wir hier durch diesen Kakteengarten spazierten. Das war natürlich für die Gärtnerstochter ein besonderes Erlebnis und sie hatte viel Freude an den verschiedenen Stachelgewächsen. Schade war, dass noch Tausende von Kilometern vor uns lagen und der tagelange Transport über hunderte Kilometer Staubstraße selbst den robustesten Kaktus das Leben ausgepustet hätte. Außerdem wollte ich bei einer eventuellen Suche nach dem Werkzeug nicht unbedingt vom Stachelding an seine Anwesenheit erinnert werden. Wir können den botanisch interessierten Besuchern von Graaff Reinet einen Besuch in dem Kaktuswald nur empfehlen.

Bevor wir den Ort verließen mussten wir noch das

Graaf Reinet Museum

anschauen. Es ist sicher mit der Unterstützung der Familie Ruppert zu einem wirklich sehenswerten Museum ausgestattet worden. Die Räume sind thematisch eingerichtet, die Ausstellungsstücke gut beschrieben und man hat das Gefühl, dass man wirklich jetzt hier plötzlich in der alten Zeit ist. Um einen herum ist jedes Detail an seinen Platz und man glaubt in der Wäscherei stehend, die Leute sind grad eben zu Mittag. Die Sammlung der Kutschwagen und die mit Blut befleckte Krankenbare wirken so richtig natürlich. Faszinierend ist auch die funktionierende Mühle, wo man für eine Münze das Wasser auf das Mühlrad leitet und das Mahlwerk in Funktion sehen kann.

Im Garten des Museums steht der älteste Weinstock Südafrikas. Er ist ... von Andrew Murray gepflanzt worden. Es ist ein beeindruckender Weinstock. Vieles hätten wir noch anschauen können, doch es ist der 09.05., die Tage werden kürzer, das Wetter winterlicher und wir wollen ja noch den Sani Pass bezwingen. Ein großes Ziel unserer Reise.

Nach diesem Besuch geht es 11.11 Uhr in Richtung Osten. Wir fahren auf der N9 Richtung Middelburg, biegen aber auf die R61 nach rechts ab und dann auf die Staubstraße nach Hofmeyr und weiter bis zur R56, wo wir nach vielen Kilometern Staubstraße wieder Asphalt unter uns haben. Es hoppelt nicht, es staubt nicht und wir kommen wieder schneller voran. Nur die Ziegenherden und die Farmen vermissen wir etwas.

 Wir kommen durch Molteno. Das ist eine recht ruhige Ortschaft und wir machen nur ein Bild von der Kirche, dann setzten wir die Fahrt fort. Der Himmel wurde immer dunkler und die Wolken immer dichter. Es war zwar erst 16.00 Uhr, doch dachten wir, bis Elliot sind es noch 93 Kilometer und das wird zu spät.

 So entschieden wir, in Dordrecht eine Unterkunft zu suchen. Es war nicht so einfach. Das "Hotel" war an der Tankstelle, andere Unterkünfte verrieten schon von außen nachlässige Eleganz. So fuhren wir die Seitenstraßen ab und fanden im Valentines B&B eine ganz annehmbare Unterkunft. Selfcatering mit Küchenzeile und allem was man braucht. Sogar Tisch und Stühle waren vorhanden, was in vielen Gästehäusern keine Selbstverständlichkeit ist. Auch die Gastgeber waren nett und fragten, ob wir Frühstück wollen, doch mit der Küche und unserem Vorrat haben wir es selbst machen wollen.

Wir schrieben noch Tagebuch, machten uns Tee und Bemmchen zum Abend und schliefen bald, denn draußen tobten Sturm und Regen.

Die Obesa Gärtnerei

Riesige Kakteen gibt es hier.

Enge Wege führen durch die Stachelwelt.

Reimar sucht den richtigen Sitz aus.

Im Gewächshaus sind die grazileren Pflanzen.

Da sind einige Kreuzungen mit dabei, die gibt es nur einmal auf der Welt.

Herrlich anzusehen.

Nächster Stop war das Reinet Museum.

Man fühlt sich in die alte Zeit zurück versetzt.

Damit wurden die Verwundeten transportiert.

Die Wassermühle ist voll funktionsfähig.

Der älteste Weinstock Südafrikas.

Die Geschichte der Weinpflanze.

Unser Weg führt nach Dordrecht.

Mal begegnet uns eine Schafherde,

ein andermal fahren wir einen recht ursprünglichen Pass.

Die Kirche von Molteno.

Weiter geht die Fahrt durch weite Landschaft.

Wir sind in Dordrecht angekommen.

Zeugen ehemaliger reicher Zeiten.